Gänseblümchenwiese

Gänseblümchen: kleine Sönnchen mit großer Wirkung

Pflanzenporträt

Jeder kennt und mag die kleinen Sönnchen, aber wer kennt schon Geschmack und Heilwirkungen?

Die Blättchen von Bellis Perennis sind fast rund ums Jahr wertvoller Bestandteil von Salaten, schmecken nussig und ein bisschen wie Feldsalat. In traditionellen Frühjahrssuppen, in Blattspinat, im Kräuterquark und -käse überzeugen sie genauso wie im Kräutersalz oder einfach aufs Butterbrot gelegt. Die Blütenknospen der noch stängellosen Pflänzchen gelten als Spezialiät im Salat. Später werden sie dafür zu intensiv, können aber wie Kapern eingelegt werden. Blüten eignen sich als Salat-Deko und verschönern Limonaden und Nachtisch. Gestielte Blüten lassen sich in Bierteig ausbacken. Auch das rosa oder rot gezüchtete Gartenmaßliebchen lässt sich verwenden:

 

Maßliebchen

 

An Inhaltstoffen bietet das zarte Gänseblümchen Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Sein Gehalt an Vitamin A und C übertrifft den von Kopfsalat bei Weitem. Falls jemandem das etwas rau-kratzige Gefühl auffällt, das ältere Blättchen hinterlassen: Die enthaltenen Saponine können einen erhöhten Cholesterinspiegel senken, hartnäckigen Schleim lösen, Entzündungen hemmen und entgiften.

Gänseblümchen

Eingesetzt wird es seit jeher bei Hauterkrankungen und Lebererkrankungen, da es den Stoffwechsel anregt, die Blutbildung fördert, das Blut reinigt und die ableitenden Harnwege unterstützt. Seine schleimlösenden Eigenschaften machen es bei Erkältungs- und Bronchialerkrankungen wie auch bei Asthma wertvoll. Der Tee wirkt durch den Gerbstoffgehalt leicht stopfend.

Leonhart Fuchs beschrieb 1543 die positive Wirkung auf Gicht und Hüftschmerzen. A. Lonicerus empfahl das Gänseblümchen für Krämpfe, “Flecken am Leib”, Wunden und Leberleiden. Auch Matthiolus und Hieronymus Bock waren von der Fähigkeit zur Wundheilung überzeugt.

Kinder sollten wissen, dass es zerquetscht als Erste-Hilfe-Maßnahme bei Verstauchungen und Prellungen aufgelegt werden kann. Eine Gänseblümchensalbe sollte jeder im Kühlschrank für Schürfwunden und Muskelschmerzen stehen haben.

 

Bei zu starker und schmerzhafter Menstruation wirkt es als Tee krampflösend. Dazu 1-2 Teelöffel frisches Gänseblümchenkraut mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Nach einer Gebärmutter-OP soll es zur schnelleren Genesung helfen. Wenn man den Blütenboden von oben nach unten zerteilt fällt einem die Form einer Gebärmutter auf.

Gänseblümchen WinterDie Homöopathie setzt es bei stumpfen Verletzungen wie Verstauchungen und Prellungen, Furunkeln und Ekzemen ein. Es hilft bei Augenschwäche und Schockzuständen nach einem Unfall.

Der Volksmund weiß, wer die ersten drei Blüten des Jahres mit dem Mund pflückt und isst, bleibt das ganze Jahr von Krankheiten verschont und wenn man sieben Blüten auf einmal mit seinem Fuß bedecken kann, ist der Frühling da.

Auf englisch nennt man es “Daisy” – eine Abkürzung für “Day’s eye”. Abends schließen sich die weißen Zungenblüten über den gelben Röhrenblüten in der Mitte, so dass das ganze Blütenkörbchen verschlossen ist. Wegen dieser beschützenden Haltung gilt es seit Jahrhunderten als Symbol der Mutterliebe. In vorchristlicher Zeit war das Gänseblümchen der Göttin Freya geweiht. Sie steht für Fruchtbarkeit, Frühling, Glück und Liebe. Nach griechischer Überlieferung entstand das Gänseblümchen aus den Tränen der schönen Helena. Und die christliche Legende erzählt von den Tränen Marias, die diese auf der Flucht nach Ägypten vergoss. Die rötliche Färbung auf der Unterseite soll von ihrem Blut stammen.

Gänseblümchen

 

In unserer heutigen trockenen, wissenschaftlichen Auffassung entsteht die rosa Färbung der Blütenblattspitzen durch Anthocyan, das das junge Gänseblümchen vor zu starker Sonneneinstrahung schützt. Erst wenn die Blütenkörbchen voll entwickelt sind, verliert sich das Rosa.

 

Quellen: www.heilkraeuter.de

Siegfried Hirsch, Felix Grünberger, “Die Kräuter in meinem Garten”, 2018

Mannfried Pahlow, “Das große Buch der Heilpflanzen”, 1993

Fleischhauer, Spiegelberger, Guthmann, “Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen”, 2019

“Die Kräuterfibel”, Packpapier-Verlang

Christine Volm, “Meine liebsten Wildpflanzen rohköstlich”, 2013

Dr. Ute Künkele und Till Lohmeyer, “Heilpflanzen & Kräuter”

Gertrud Scherf, “Wildfrüchte und Wildkräuter”, 2005

Elisabeth Westphal, “Wildkräuter”

Wolf-Dieter Storl, “Die Seele der Pflanzen”, 2013

Max Wichtl, “Teedrogen und Phytopharmaka”, 2009

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