Linsen sind leichter verdaulich als Bohnen oder Erbsen, vor allem, wenn sie über Nacht eingeweicht und dann gespült wurden. Dadurch werden Phytinsäure und Enzymhemmer zum größten Teil abgebaut. Noch besser geht es unserer Verdauung aber, wenn sie vier Tage lang angekeimt wurden. Dabei müssen sie zwei- bis dreimal pro Tag gespült werden. Als Sprossen punkten sie in Salaten, Suppen und marinierten Gemüse.

Die klassische Berglinse
Linsen überzeugen mit rund 25% Eiweiß, das im Gegensatz zum erhitzten tierischen Eiweiß problemlos verdaut werden kann. Putenfleisch zum Beispiel enthält nur 22% Eiweiß. Linsen enthalten außerdem Kohlenhydrate in Form von Ballaststoffen, die unsere gute Darmflora nähren, Eisen, Kalium, Kalzium, Phosphor und die Vitamine A, B1, B2, B3, B6, C und E.

Rote Linsen/Dal-Linsen
100 Gramm Berglinsen bringen einen Nährwert zwischen 270 und 350 Kilokalorien mit. Der Eiweißgehalt beläuft sich auf etwa 25 Gramm. Ballaststoffe machen 12 bis 20 Gramm aus. Der Fettanteil liegt bei gerade mal 1,7 Gramm. Die kalorienarmen Hülsenfrüchte bestechen durch einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Linsen unterstützen Studien zufolge die Fettverbrennung und wirken sich positiv aufs Herz-Kreislauf-System aus. Für Diabetiker, Abnehmwillige und Sportler sind Hülsenfrüchte besonders geeignet, da sie den Muskelaufbau fördern.

Grüne Berglinsen
Aus Kanada stammen die grünen Berglinsen, die mit ihrem fein-nussigen Geschmack auch nach längerem Kochen noch schön bissfest bleiben. Damit eignen sie sich besonders für Aufläufe, Salate und Pflanzerl. Zum Kochen die gespülten Linsen mit zweieinhalb- bis dreifacher Menge Wasser aufsetzen. Aufkochen und dann bei mittlerer Hitze in 30-40 Minuten bissfest garen. Grüne Linsen zeichnen sich durch ihren fein-nussigen Geschmack aus.
Durch Einweichen über Nacht lässt sich nicht nur die Kochzeit verkürzen, sondern die Linsen werden dadurch auch aktiviert. Ankeimen steigert Eiweiß-, Ballaststoff-, Mineralstoff- und Vitamingehalt noch deutlich. Außerdem können die Nährstoffe vom Körper besser aufgenommen werden. So bleiben auch die gefürchteten Blähungen aus. Auf jeden Fall sollten sie unter fließendem Wasser gründlich abgespült werden, da sie durchaus einmal kleinere Steinchen enthalten können.

Auch für einen Linsensalat werden die Samen am besten angekeimt

Beluga-Linsen
Wertvoll und dunkel wie der gleichnamige Kaviar überzeugen die schwarzen Perlen mit ihrem fein-nussigen Geschmack. Damit haben sie es auch in die Feinschmecker- und Sterneküche geschafft.
Ihre Inhaltstoffe sind genauso wertvoll wie die der roten und Berglinsen. Über Nacht eingeweicht und gespült, dann nicht zu lange gekocht, ergötzen sie unsere Geschmacksnerven. Sie lassen sich genauso problemlos ankeimen wie Berglinsen. Vier Tage sollten wir ihnen aber schon geben, bevor wir sie roh genießen.
Besonders lecker ist auch ein indischer Eintopf mit Kartoffeln und Kokosmilch. Dazu Gewürze nach Wahl (frischer Kurkuma und Knoblauch müssen sein) vorsichtig in Kokosfett anbraten bis sie duften, dann mit Kokosmilch aufgießen und aufkochen lassen. Zuerst die gewürfelten Kartoffeln darin köcheln lassen bis sie fast weich sind, dann gekeimte Linsen dazugeben. Solange köcheln bis die Kartoffeln weich sind und die Linsen noch Biss haben. Das dauert bei angekeimten Linsen nicht lange! Dazu Chappati oder knusprige Haferfladen servieren.